Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wir sind vier Menschen, die im Arbeitsfeld Gerechtigkeit für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern tätig sein dürfen. Genauer: Andrea für das »forum frauen« des Amtes für Gemeindedienst. Günter für das »forum männer« und Barbara und Anke in der »Stabsstelle für Chancengerechtigkeit« der ELKB.

Und da wir finden, dass unsere Suche nach Gerechtigkeit nicht nur unbedingt in den Teller der Evangelisch-Lutherischen Kirche, sondern weit über den Tellerrand hinaus gehen sollte, wollen wir ab heute ein gemeinsames Tagebuch führen: Darin vier weltgeöffnete und offen unterschiedliche Perspektiven mit Interviews, Impulsen, Inspirationen und Links.

Vier Meinungen, vier Hintergründe, vier Arten zu schreiben, aber ganz sicher ein gemeinsames Herzensanliegen:

mehrFAIR

 

 

Aktuelles

Hochverrat, Wehrkraftzersetzung und Feinbegünstigung, so lautete das Urteil und es bedeutete den Tod. Sophie Scholl, eine junge Frau, war erst 21 Jahre alt, als sie von den Nationalsozialisten wegen ihres gewaltlosen Widerstands hingerichtet wurde. In dieser Woche am 9. Mai wäre sie 100 Jahre alt geworden.

AG Gender*Ökumene Bayern
Bildrechte: Thomas Wolf

 

Extreme Rechte diffamieren Positionen zum Geschlechterverhältnis und zur Geschlechtergerechtigkeit mit Begriffen wie „Genderismus“ oder „Genderwahn“. Damit streben sie die Deutungshoheit in dieser gesellschaftlichen Debatte an und fordern eine Rückbesinnung und Festhalten von tradierten Geschlechterrollen. Dies führt auch zu kontroversen Diskussionen in unseren Kirchen.

Sich damit auseinandersetzen ist Ziel unserer Arbeitsgruppe Gender*Ökumene Bayern. Daher möchten wir Sie/Euch zu folgenden Veranstaltungen in die Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus einladen:

Initivative Jeder Mensch
Bildrechte: Stiftung Jeder Mensch e.V.

Die Menschenrechte sind ein hohes Gut. Das zeigt sich beispielsweise in der aktuellen Debatte um die neuen Corona-Regelungen, die gerade mit dem Infektionsschutzgesetz verabschiedet wurden. Es zeigt sich auch in der wiederkehrenden Kritik an Staaten wie China, denen die Anerkennung der Menschenrechte abgesprochen wird.

Ein Weißer mit Dreadlocks - ist das schon kulturelle Aneignung?
Bildrechte: Michael Hagner - pixelio.de

Dürfen weiße Frauen Dreadlocks tragen? Darf eine heterosexuelle Schauspielerin einen Trans-Mann darstellen? Dürfen Männer über Frauen-Themen sprechen? Kann ich mich über die Gefühle von Menschen mit anderer Herkunft oder Hautfarbe überhaupt äußern? „Nein, das darfst Du nicht“, so lautet die Antwort von so manchem Identitäts-Verfechter. Aktuelles Beispiel dafür ist die erbitterte Debatte darüber, ob weiße Autorinnen die Gedichte von Amanda Gorman übersetzen dürfen. Die junge, farbige Poetin hatte bei der Inaugurationsfeier von Joe Biden viele Menschen begeistert.

Eine*r von vielen
Bildrechte: Anke Bahr

Möglich, dass ein Geflüchteter sich gut behandelt fühlt, obwohl er als »Asylant« bezeichnet wird. Und dass eine Frau mit einer Behinderung sich trotzdem als Mensch wahrgenommen weiß, auch wenn man von ihr als »der Behinderten« redet.

Ruth Bader Ginsburg, Illustration
Bildrechte: Coreypkolb, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

Der März ist ein Frauenmonat. Equal Care, Equal Pay, Frauentag - rund um den Globus sind die Frauen und Gleichstellungsthemen präsent wie sonst zu keiner Jahreszeit. Dies spiegelt sich auch in den Kirchen, in welchen jedes Jahr Anfang März der ökumenische Weltgebetstag der Frauen gefeiert wird. Und der Sonntag Lätare (= Freudensonntag = 14. März im Jahr 2021) wird hierzulande als Frauensonntag begangen. Wie passend, wenn in diesen Monat auch Geburtstage namhafter Frauen fallen.

"GameChanger" - (c) Bansky
Bildrechte: (c) Bansky
Ein kleiner Junge in Latzhose, der auf dem Boden kniet und mit einer Puppe spielt. Die Puppe: Eine Krankenschwester mit Mund-Nasen-Schutz. Daneben: Ein Papierkorb, in dem sich zwei weggeworfene Puppen befinden: Batman und Spider-Man. Die Krankenschwester hat nun offensichtlich im Spiel die Rolle der Superheldin eingenommen. Die Szene ist ein Gemälde des britischen Street-Art Künstlers Banksy und es trägt den Titel "Game Changer".
www.equalcareday.de, (c) Till Lassmann
Bildrechte: www.equalcareday.de, Till Lassmann
"Wir müssen uns mehr um das Kümmern kümmern!" – mit diesem Plädoyer haben wir als evangelisches Bündnis im letzten Jahr eine gemeinsame Erklärung überschrieben, um auf den Equal Care Day hinzuweisen. Dann kam Corona und wie selten zuvor wurde spürbar, wie sehr wir alle von Sorgearbeit abhängig sind. Am Montag, den 1. März 2021 ist Equal Care Day. Ein guter Anlass, um das Thema Care in den Blick zu nehmen.
Strong Enough
Bildrechte: Barbara Pühl

Wie weit, wie stark sind Kirche und Gesellschaft im Umgang mit Geschlechtervielfalt und sexueller Orientierung?

Vor etwa zwei Wochen haben sich unter dem Motto #actout 85 Schauspieler*innen im Magazin der Süddeutschen Zeitung zu Wort gemeldet. Sie bekennen sich öffentlich als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär oder trans* und fordern in einem Manifest mehr Anerkennung in Theater, Film und Fernsehen.