Die Vielfalt checken

Ein Vielfalts-Check der Diakonie
Bildrechte: Diakonie Deutschland

Mit vorgefertigten unreflektierten Vorurteilen und geschlossenen Weltbildern lebt es sich leicht. Alles hat seine Ordnung, man sieht „den Leuten“ an, wer sie sind und braucht sich nicht groß fragen, was sie denken, weil man ja weiß wer sie sind, weil man das ja sieht. Aber ist damit wirklich jemandem geholfen? Kennt man jemanden, nur, weil man eine vermeintlich passende Schublade für ihn oder sie parat hat? Und wie sieht es erst in den Menschen aus, die dem Zwang unterliegen, auf eine Schablone zu passen? Sind wir nicht zerrissen, wenn wir nicht sein können, wer wir wollen, so leben können, wie wir wollen, uns nicht frei entfalten können?

Ich bin dankbar, dass der langwierige gesellschaftliche Prozess, Geschlechterrollen, rassistische Zuschreibungen, Barrieren und künstliche Gräben zwischen verschiedenen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen endlich über den Haufen zu werfen, in den vergangenen Jahren mit mehr Bestimmtheit angegangen wird. Also zumindest von immer mehr Menschen.


Im Privaten beginnt die Sensibilisierung für Vielfalt damit, sich zu informieren, aufmerksam und neugierig zu sein, die eigenen Denkmuster immer wieder zu hinterfragen und, wenn man die Chance dazu hat, zuzuhören, wenn Mitmenschen von ihren Verletzungen und Herausforderungen berichten. In der Familie und im Freundeskreis gibt es dafür ideale Voraussetzungen, weil man einander respektiert und erst Gemeinsamkeiten sucht, bevor Unterschiede zur Rede kommen.


Aber wie ist es im Berufs- und Engagement-Kontext? Selbst, wenn immer mehr Mitarbeitende, Klient*innen und Gemeindemitglieder für Vielfalts-Themen sensibilisiert sind und werden, kann es lange dauern, bis strukturelle Veränderungen erfolgen. Dafür müssen sich Organisationen nämlich weiterentwickeln. Nun müssen sie das ständig: Digitalisierung, demographischer Wandel, Klimawandel, Corona, all das erzeugt Druck. Und Vielfaltssensibilität ist in diesem Sinne eben nur eines von vielen Zielen.
 

Weil Organisationsentwicklung ein oft so langwieriger Prozess ist, den man schon allein wegen seiner großen Komplexität gerne mal verschiebt und verschiebt, wollen wir mit dem Vielfalts-Check eine Hilfestellung bieten. Wir sprechen alle an, die bereit sind, den ersten Schritt zu gehen und ihre Organisation einer ersten Bestandsaufnahme zu unterziehen. Vielleicht entsteht dabei auch bei den Personen selbst Irritation, das ist von uns durchaus beabsichtigt: man kann nie auslernen.

Wer den Vielfalts-Check durchläuft, erhält individuelle Empfehlungen, was nächste Schritte sein könnten. Wer kann und mag, macht direkt weiter, für andere wird es bei diesem ersten Schritt bleiben. Aber selbst dann: Auch ein kleiner Beitrag zu vielfaltssensibler Kirche und Diakonie ist ein Gewinn. Denn Vielfalt zu leben ist eine Frage der Gerechtigkeit und Vielfalt in Organisationen ist Innovationstreiber.

Jetzt möchte ich Ihnen empfehlen, den Vielfalts-Check direkt auszuprobieren:
www.diakonie-vielfalt.de

Wenn Sie mehr über die Hintergründe des Vielfalts-Checks wissen möchten, schauen Sie sich die „Über uns“ Seite an: https://www.vielfalt-diakonie.de/ueber-uns

Der Vielfalts-Check ist nur ein Ausschnitt der Vielfaltsarbeit der Diakonie Deutschland. Wenn Sie Austausch suchen, sprechen Sie uns gerne an!

19.07.2021, Tobias Wirth, Diakonie Deutschland